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Spielen – soziale und pädagogische Aspekte

Wer spielt, hat grundsätzlich zu Beginn dieselben Chancen und Mittel zur Verfügung wie seine Mitspieler. Beispielsweise hat bei Monopoly jeder das gleiche Startkapital. Soziale Unterschiede verschwinden also und auf dieser Ebene des „Gleichseins“ begegnen sich alle auf derselben Augenhöhe.

Alle Teilnehmer am Spiel versuchen, aus dieser weitestgehend gleichen Ausgangslage innerhalb der vorgegebenen Regeln das Spielziel zu erreichen. Die Mitspieler werden auf diese Weise darin trainiert, Situationen zu erfassen und auf der Grundlage der vorgegebenen Möglichkeiten das Optimum zu erreichen. Wie im richtigen Leben hängt aber das Ergebnis der Bemühungen – je nach Spiel mehr oder weniger – von Glückselementen ab, beispielsweise einem Würfel-Ergebnis oder der Verteilung der Karten. Es gilt, durch Erkennen der sich bietenden Chancen sich das Glück des Tüchtigen zu erarbeiten.

Im Gegensatz zum PC-Spieler, der nach einem Fehler häufig einfach an der letzten abgespeicherten Stelle wieder einsetzt, muss sich der Brettspieler damit abfinden, dass er nach einem ungünstigen Verlauf mit seiner Situation bis zum Spielende zurecht kommen muss. Er lernt, mit den Folgen seiner Entscheidungen (und Schicksalsschläge wie Würfel-Pech) umzugehen – weiß er doch, dass es eine neue Partie geben wird.

Kinder und Jugendliche lernen, dass es Regeln gibt, an die man sich halten muss, die für alle gelten und die notwendig sind, damit das Zusammen-Leben und Zusammen-Spielen funktioniert. Gleichzeitig können flexible und erweiterbare Spiele wie „Die Siedler von Catan“ dazu anregen, sich Gedanken über den Sinn von Regeln zu machen und gegebenenfalls für eine neue Partie abweichende Regeln mit den anderen Spielern zu vereinbaren.

Auf diese Weise fördert Spielen den sozialen Umgang miteinander, das Knüpfen von Kontakten und nicht zuletzt das Trainieren der geistigen Fähigkeiten.